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Kernschmelze im Finanzsystem: ...eine scharfe Analyse.... für jeden verständlich von Wolfgang Münchau

Zoom Produkt-Bild: Kernschmelze im Finanzsystem: ...eine scharfe Analyse.... für jeden verständlich
Gebundene Ausgabe von Hanser Wirtschaft
Preis bei Amazon: EUR 21,90

3,5 von 5 Punkten 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3446418474, Erscheinungsdatum: November 2008

5 Kundenrezensionen:

Echte Enttäuschung!
1 von 5 Punkten 1 von 5 Punkten
Noch nie habe ich eine Rezension geschrieben, aber bei diesem Buch geht es nicht anders. Hier mußte wohl kurz vor Weihnachten noch Kasse gemacht werden.

Das Buch ist zum großen Teil aus dem bereits bestehenden Buch "Vorbeben" aufgewärmt. Der Rest ist eine langweilige Aneinanderreihung von Zeitungsartikeln oder eine lexikonhafte Darstellung von angeblichem Wissen und Definitionen wie man Sie überall im Internet lesen kann. Die wirklichen Aussagen kann man auf 10 Seiten eindampfen.

Schade, denn das Thema ist wirklich spannend, aber zum Erklären braucht man kein Buch schreiben. 10 Seiten Powerpoint tun's auch, nur verdient damit keiner Geld.
Ein Blick in die Glaskugel des Kapitalmarkts
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Falls Sie sich fragen, was eigentlich im Jahr 2007 an Börse und Kapitalmarkt so richtig schiefgelaufen ist, liefert Ihnen Autor Wolfgang Münchau die Erklärung. Doch aufgepasst: Auch wenn Titel und Aufmachung etwas populär daherkommen (?Das Buch zum Crash?), ist das Werk alles andere als seicht. Manche Passagen sind definitiv nichts für Einsteiger und erschließen sich nur mit guten Vorkenntnissen. Financial Times-Europakolumnist Münchau ist ein begnadeter Schreiber, bedauerlich ist lediglich, dass er sich dazu hinreißen lässt, an vielen Stellen seinen Arbeitgeber in den Vordergrund zu rücken. Inhaltlich scheint Münchau auf dem richtigen Weg zu sein: In den ersten Monaten nach Erscheinen des Buchs haben sich die Finanzmärkte praktisch wie prognostiziert entwickelt. getAbstract empfiehlt es nachdrücklich allen, die an Börsen- und Wirtschaftszusammenhängen interessiert sind.
Heute am Abgrund, morgen einen Schritt weiter?
5 von 5 Punkten 5 von 5 Punkten
Wenn der ehemalige Finanzstaatssekretär, ehemalige geschäftsführende Direktor des IWF und amtierende Bundespräsident Köhler den Finanzmärkten eine Entwicklung hin zu "Monstern" bescheinigt, wenn der Großinvestor Warren Buffett den Finanzderivathandel mit "finanziellen Massenvernichtungswaffen" vergleicht und wenn mit Fannie Mae und Freddie Mac zwei private Hypothekenhändler mit schwer vorstellbarem Einfluss auf die Finanzmärkte vor der Verstaatlichung stehen, dann läuft auf den Finanzmärkten mit einiger Wahrscheinlichkeit einiges grundlegend verkehrt. Warum das passieren kann, schildert Wolfgang Münchau in seiner ausgezeichneten Darstellung in angenehm unaufgeregter, lakonischer Weise. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der detaillierten Darstellung der einzelnen Finanzinstrumente und ihrer Wirkungsmechanismen, die anhand von konkreten Beispielen verdeutlicht werden. Literaturhinweise und ein Glossar runden des Buch ab, so dass die geneigte Leserin oder der geneigte Leser nach der Lektüre zwar noch nicht zwingend mit Börsenwerten, aber immerhin doch mit Begriffen davon zu jonglieren vermag: Collateralized Mortgage Obligations, Asset-Backed Commercial Papers, Mezzanine, die Euribor und viele andere Begriffe sind nach der Lektüre vertraute Fremdwörter. Im Gegensatz zu machem Derivat ist das Buch eine sehr sichere Anlage.
Fundiert und informativ.
4 von 5 Punkten 4 von 5 Punkten
Der Autor beschreibt zum einen die Ursachen der Kreditkrise und zum anderen die möglichen Auswirkungen in den nächsten Jahren, letztere anhand unterschiedlicher Szenarien.

Wer den Autor kennt, der weiß, dass es sich nicht um einen Propheten des kommenden Weltuntergangs handelt. Seine Analyse ist sehr fundiert und auch seine Szenarien für die Entwicklung in den nächsten Jahren sind plausibel und nachvollziehbar.

Das Buch ist keine leichte Kost, selbst für den vorbelasteten Leser. Ich empfehle es jeden, der den Aussaggen der Politiker und der Bankvorstände mißtraut, und sich selbst ein Bild von der Kreditkrise und deren Folgen machen will.

Wichtig: Das Thema betrifft jeden, der sich mit Vermögenaufbau und Geldanlage befasst.
naja
3 von 5 Punkten 3 von 5 Punkten
Ich habe das Buch als interessierter Laie gekauft, um Konkretes über die Krise zu erfahren, speziell, was sie für uns in Deutschland bedeutet und noch bringen kann. Sozusagen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen bzw. auch, um zu erfahren, wo wir stehen (bzw. zur Drucklegung des Buches standen).

Sicher bin ich zu wenig versiert, um möglicherweise enthaltene feine Finessen angemessen zu würdigen. Aber im Großen und Ganzen hat mir das doch recht teure Buch nicht viel Neues beschert. Wie aus der Vermarktung von Subprime-Krediten die Finanzmarktkrise wurde, habe ich mir schon vorher so etwa zusammengereimt.

Wie die Produkte im Einzelnen heißen, wer die Akteure im einzelnen sind, hatte mich vorher nicht besonders interessiert und fesselte mich auch im Buch nicht; ebenso wenig die Frage nach den Schuldigen, die ja doch sehr sichtabhängig zu sein scheint.

Zu den Anlageempfehlungen - naja. Ich habe das Buch gewiss nicht deshalb gekauft, trotzdem interessierte mich natürlich die Meinung des Autors. Die bestand für den Normalanleger in: einer guten Mischung aus sicheren Wertpapieren, Immobilien und Gold ... hm ... auch in dieser Kürze gegeben ... man möge mir verzeihen, aber das finde ich doch auch bei "Frau im Spiegel", dass man jetzt auf Nummer sicher gehen sollte?

Wie gesagt, vielleicht ist ja ein Kenner der Materie begeistert. Vielleicht hat der Autor seine Szenarienketten auch nur nicht weit genug ausgeführt, um auch mir klarzumachen, wohin sie letztlich führen (zum Beispiel endete das "pessimistische Szenario" mit einen Ölpreis von x (130 $, glaube ich), einem Dollarkurs von 1,80 ? ... dem Eingeweihten mag da aufgehen, was das alles nach sich zieht, mich ließ das erst einmal kalt.

Überhaupt vermisste ich ein wenig das Anschauliche.

Gleichzeitig ist schön, dass auf jegliche Reißerischkeit verzichtet wurde.

Noch ein Detail, das mir hin und wieder auffiel. Da wird gesagt, dass die Banken ihre Kreditrisiken auf eigens gegründete Firmen übertragen und auslagern. Dann folgte ein Satz etwa wie "Dennoch stehen die Banken natürlich für die Verluste dieser Firmen gerade". Ohne weitere Erklärung, dabei ist gerade das der missing link für mich, schon vor Kauf des Buches gewesen: Warum, wo sie doch ausgelagert sind? Als Laie stand ich immer wieder vor einem Riss in der Plausibilitätskette. Für den Profi sicher leicht zu überbrücken, für mich nur mit einem resignierten Schulterzucken hinzunehmen.

Fazit: ja, gut zu lesen, ja, gut geschrieben, ja, man fühlte sich als Leser für voll genommen; aber - eeehm - irgendwie zu wenig, zumindest für den Preis. Zu wenig Neues, zu wenig Bildhaftes, zu wenig "von außen betrachtet" eventuell auch.
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