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Computerdiebstahl dank BOINC aufgeklärt

25.08.2010


Ein iMac 27", nicht der gestohlene Damit hatte der Dieb des Apple iMac 27" eines Mitglieds von SETI.Germany wohl nicht gerechnet: Auf dem gestohlenen Computer lief die BOINC-Software, die sich nicht nur zur Unterstützung wissenschaftlicher Projekte eignet, sondern auch einen eingebauten Diebstahlschutz aufweist. Der iMac, der am 25. August gegen 3:00 Uhr aus einem Büro gestohlen worden war, meldete sich schon am nächsten Tag beim BOINC-Projekt WUProp, um Daten zu übertragen. Der Dieb hatte sich keine Mühe gemacht die Festplatte zu formatieren und hatte alle Programme und Dateien im Originalzustand belassen. BOINC rechnete im Hintergrund weiter und meldete den Fortschritt der Arbeitspakete unverschlüsselt an die Projektwebseiten. Diesen Hoffnungsschimmer hatte der Bestohlene im Auge und betrachtete in den Tagen auf den Diebstahl die Webseiten der von ihm angemeldeten Projekte. Denn obwohl BOINC einen wissenschaftlichen Schwerpunkt hat, wurde bereits auf diese PC-Verfolgung auf der offiziellen Webseite hingewiesen. Die für den Bestohlenen auf der Webseite übermittelte und erkennbare IP-Adresse des neuen Standorts wurde sofort an die Kriminalpolizei Hamm (Westfalen) übergeben. Mit einem Durchsuchungsbeschluss besuchten die Beamten am 2. September den durch den vom Provider der IP-Adresse erfragten Standort, wobei der iMac sichergestellt werden konnte. BOINC-Client mit angedocktem Einstein@Home-App (oben) Das BOINC-Projekt Einstein@Home hatte durch den Fund des Pulsars PSR J2007+2722 für Aufsehen gesorgt, weil durch freiwillig über das Internet zur Verfügung gestellte Rechenleistung von Privatpersonen dieser neue Pulsar aus den Messdaten nachgewiesen werden konnte. Nun hat BOINC neben einem Pulsar auch einen iMac gefunden, stellte die Pressemitteilung von SETI.Germany fest. Das Auffinden von gestohlenen Laptops durch BOINC passiert selten, ist aber kein Einzelfall. Bereits 2007 konnte Kimberly Melin ihr Gerät durch das Minneapolis Police Department sicher gestellt werden, weil der Dieb ebenfalls ein BOINC-Projekt, hier Seti@Home, seine IP-Adresse übertragen und somit seinen Aufenthaltsort verraten ließ.

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